Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil im Vergleich

Sildenafil war der allererste Wirkstoff aus der Gruppe der Phosphodiesterasehemmer (PDE-Hemmer). Die Phosphodiesterase ist ein Enzym im menschlichen Körper, welches die Aufgabe hat das Hormon Stickstoffmonoxid abzubauen. Daraus ergibt sich der relativ simple Wirkungsmechanismus von einen PDE-Hemmer, denn wird das Enzym gehemmt, steigt der Anteil an NO an. PDE-Hemmer = mehr NO = deutliche bessere Erektionsfähigkeit. Im Laufe der Jahre kamen weitere PDE-Hemmer auf den Markt und zwar Tadalafil und Vardenafil. Die Hersteller hatten mehr Zeit an der bereits bestehenden Formel zu feilen und machten hilfreiche Modifikationen. Im Folgenden stehen Sildenafil (Viagra), Tadalafil (Cialis) und Vardenafil (Levitra) im direkten Vergleich. Möge der Bessere gewinnen.

Vergleich nach Hersteller, Wirkstoff und Dosierungen

Viagra beinhaltet den Wirkstoff Sildenafil und wurde 1998 von dem bekannten Pharmakonzern Pfizer auf den Markt gebracht. Seitdem ist das Potenzmittel in den Dosierungen 25, 50 und 100 mg erhältlich und gehört zu den am meisten kopierten Medikamenten überhaupt. Die kleine blaue Pille stellte ein Revolution für das Liebesleben vieler Männer dar.

Tadalafil, oder im Handel als Cialis bekannt, wurde erst 2002 von Lilly Pharma auf den europäischen Markt gebracht. Cialis ist in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz verschreibungspflichtig, kann aber in mehreren Ländern ohne Rezept erworben werden. Hierdurch kann es leicht im Ausland bestellt werden, wobei der Chance besteht, dass der Zoll die Ware beschlagnahmt. Tadalafil wird in den deutlich kleineren Dosierungen 10 und 20 mg angeboten.

Vardenafil bzw. Levitra ist der deutsche Vertreter der PDE-5-Hemmer und kommt vom deutschen Pharmakonzern Bayer HealthCare. In der EU ist Levitra ausnahmslos verschreibungspflichtig. Beim Wirkstoff Vardenafil hat man sich auf minimale Nebenwirkungen und maximale Wirkung fokussiert, anstatt wie bei Tadafil auf die Wirkungsdauer. In der Apotheke gibt es Levitra in den Dosierungen 5, 10 und 20 mg.

Dauer bis zum Wirkungseintritt und Wirkungsdauer

Wenn man diese Kriterien betrachtet, sind sich Sildenafil und Vardenafil sehr ähnlich. Beide benötigen ca. eine halbe Stunde bis die Wirkung einsetzt und auch bei der Wirkungsdauer (4 bis 5 Stunden) gibt es kaum Unterschiede, wobei Vardenafil üblicherweise ein wenig länger hilft. Hier kommt die herausragende Eigenschaft von Tadalafil ins Spiel, denn von der Wirkungsdauer ist der Wirkstoff kaum zu übertreffen. Bis zu 36 Stunden lang vertreibt das Medikament die erektile Dysfunktion und ist damit das Produkt für romantische Wochenenden. Aber aufgepasst, von der täglichen Einnahme von Cialis wird stark abgeraten.

Vor- und Nachteile von Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil

Sildenafil

Vorteile

  • lange Bewährungszeit
  • auch bei Problemgruppen effektiv
  • wirkt fast immer

Nachteile

  • mehr Nebenwirkungen
  • Alkohol und reichhaltige Nahrung schwächen Wirkung ab

Tadalafil

Vorteile

  • Wirkungsdauer
  • besser verträglich als Viagra
  • positive Langzeitstudie

Nachteile

längere Wirkung = längere Nebenwirkungen

Vardenafil

Vorteile

  • kaum Nebenwirkungen
  • besser verträglich als Viagra
  • scheint bei Sildenafil-Versagen überdurchschnittlich oft zu wirken

Nachteile

  • verursacht Sodbrennen

Potenzmittel-Vergleich nach auftretenden Nebenwirkungen

Sildenafil (Viagra)

Typische Nebenwirkungen bei Sildenafil:
Kopfschmerzen, Flush (Rötung der Haut z.B. im Gesicht)

Mögliche Nebenwirkungen bei Sildenafil:
Schwindel, Verdauungsstörungen, Nasenverstopfung, Beeinträchtigung der Sehkraft

Tadalafil (Cialis)

Typische Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen

Mögliche Nebenwirkungen:
Schwindel, Nasenverstopfung, Rückenschmerzen, Flush

Vardenafil (Levitra)

Typische Nebenwirkungen:
Flush, Kopfschmerzen

Mögliche Nebenwirkungen:
Dyspepsie (Fehlverdauung), Symptome wie bei Schnupfen, Übelkeit, Schwindel

Welches Potenzmittel eignet sich für mich?

Nachdem erektile Dysfunktion bei Ihnen diagnostiziert wurde, wird der Arzt Ihnen entweder ein Medikament empfehlen oder Ihnen dazu raten, ein Testpaket zu ordern. Nicht jeder spricht beispielsweise auf Viagra an, so dass das Ausprobieren Sinn macht. Außerdem kann auf diese Art und Weise festgestellt werden, welches Potenzmittel für Sie persönlich die wenigsten Nebenwirkungen verursacht. Wir raten dringend davon ab, auf eigene Faust ohne Diagnose und Beratung durch einen qualifizierten Arzt einen PDE-5-Hemmer einzunehmen. Vor allem für Herz-Kreislauf-Patienten eignet sich diese Art der Potenzmittel nicht.

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